Wallbox-Vorbereitung: die Leitung, die später niemand mehr legt
Eine Wallbox braucht eine eigene Leitung von der Unterverteilung zum Stellplatz — fünf Adern, ausreichender Querschnitt, eigene Absicherung. Solange der Estrich noch nicht liegt und die Wand noch offen ist, ist das eine Kleinigkeit. Danach ist es eine Baustelle in einem fertigen Haus. Genau deshalb gehört die Frage in die Baubeschreibung und nicht in das Jahr, in dem das Auto kommt.
Was mit „Vorbereitung“ gemeint ist
Nicht die Wallbox selbst. Geschuldet werden soll der Weg dorthin: eine Zuleitung von der Unterverteilung bis zum künftigen Stellplatz, ihr Querschnitt, die Absicherung und der Fehlerstromschutz, den eine Ladeeinrichtung verlangt. Manche Anbieter legen nur ein Leerrohr — auch das ist eine Leistung, aber eine andere und eine deutlich kleinere.
Der Unterschied entscheidet später über den Preis. Liegt die Leitung, ist die Wallbox eine Montage von zwei Stunden. Liegt nur ein Leerrohr, kommt das Einziehen dazu. Liegt nichts, wird eine Wand geöffnet, ein Graben gezogen oder ein Kabelkanal gesetzt — und die Elektroverteilung muss den zusätzlichen Stromkreis überhaupt hergeben.
Warum es fast nie drinsteht
Weil es eine Leistung für einen Bedarf ist, den der Bauherr beim Vertragsschluss oft noch nicht hat. Die Baubeschreibung beschreibt das Haus, wie es bezogen wird; das Auto kommt zwei Jahre später.
In keiner der fünf von Hand ausgewerteten Baubeschreibungen ist die Wallbox-Vorbereitung als Leistung benannt — nach dem hydraulischen Abgleich die zweitdeutlichste Lücke in diesem Material. Fünf Dokumente sind keine Marktforschung, und die Zahl steht hier mit ihrer Stichprobe. Sie sagt aber, wie wenig selbstverständlich diese Leitung ist.
Dazu kommt eine Formulierung, die wie eine Zusage aussieht und keine ist: „Vorbereitung für eine Wallbox“ ohne Querschnitt, ohne Absicherung, ohne Endpunkt. Die Prüfung führt so eine Stelle als erwähnt, aber nicht prüfbar formuliert — mit dem Wortlaut, damit Sie nachfragen können.
Wie eine belastbare Formulierung aussieht
Brauchbar ist jede Angabe, die den Weg der Leitung und ihre Absicherung benennt. Unbrauchbar ist das Wort „vorbereitet“ allein.
- von wo nach wo die Leitung führt — Unterverteilung bis Stellplatz, nicht „bis in den Garagenbereich“
- Querschnitt und Aderzahl, damit die spätere Ladeleistung nicht an der Leitung scheitert
- eigener Stromkreis samt Absicherung und passendem Fehlerstromschutz
- ob die Zuleitung eingezogen oder nur ein Leerrohr gelegt wird
- ob Platz und Reserve in der Unterverteilung für den zusätzlichen Stromkreis vorhanden sind
- wer die Anmeldung beim Netzbetreiber übernimmt — Ladeeinrichtungen sind anzumelden, ab 12 kW ist seine Zustimmung erforderlich (§ 19 NAV)
Was es kostet, wenn es fehlt
Der ADAC beziffert die Installation einer Wallbox mit 500 bis 2.200 Euro — ohne das Gerät, für die Elektroarbeiten. Die Spanne ist so breit, weil genau das darin steckt, was im Neubau kostenlos gewesen wäre: Leitungsweg, Mauerdurchbrüche und der Zustand der vorhandenen Verteilung.
Die Untergrenze gilt für den kurzen Weg in einer angebauten Garage mit Platz im Zählerschrank. Die Obergrenze für die freistehende Garage, zu der ein Graben gezogen werden muss. Steht die Leitung in Ihrer Baubeschreibung, fällt der größere Teil dieses Betrags nicht an.
Prüfpunkt EL07 · Wallbox-Vorbereitung
- So steht es im Prüfkatalog
- Leitungsweg und Absicherung für eine Wallbox sind als Leistung enthalten.
- Sollformulierung
- „Zuleitung 5 x 6 mm2 von der Unterverteilung zum Stellplatz inkl. Absicherung und FI Typ B ist enthalten.“
- Frage an den Anbieter
- Ist die Zuleitung für eine Wallbox enthalten - mit welchem Querschnitt und welcher Absicherung?
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Häufige Fragen
- Ich brauche noch gar keine Wallbox.
- Deshalb geht es um die Leitung und nicht um das Gerät. Die Leitung kostet im Rohbau wenig und später ein Vielfaches; die Wallbox kaufen Sie, wann Sie wollen. Die Prüfung sagt Ihnen nur, ob Ihre Baubeschreibung die Leitung überhaupt erwähnt.
- In meiner Beschreibung steht „Wallbox-Vorbereitung“. Reicht das?
- Als Wort ja, als geschuldete Leistung nicht unbedingt. Ohne Querschnitt, Absicherung und Endpunkt ist offen, ob ein Leerrohr gemeint ist oder eine fertig aufgelegte Zuleitung. Die Prüfung weist solche Stellen mit Zitat und Seitenzahl aus, statt sie als erfüllt zu zählen.

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